Ein Briefwechsel

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von Rainer Ernst Schütz

"Der Club unabhängiger Liberaler vereint Mitglieder aus allen politischen Parteien zur gemeinsamen Pflege und Weiterentwicklung liberaler Werte. Die bewußte Offenheit für alle politischen Parteien (unter besonderer Hinwendung zu den außerhalb des Dritten Lagers gepflegten liberalen Traditionen) verbunden mit dem persönlichen Bekenntnis der Mitglieder zum Liberalismus ist in Österreich einzigartig und macht den Reiz des Clubs aus. Der Club unabhängiger Liberaler definiert sich als antifaschistisch und distanziert sich von allen chauvi-nistischen, rassistischen und fundamentalis¬tischen Tendenzen. Er pflegt gleichermaßen die untrennbar mit der französischen Revolution verbundenen Freiheitsideale wie auch die (älteren) angelsächsischen humanistischez.Bn und liberalen Traditionen, und will den in der Parteienlandschaft Österreichs weniger stark vertretenen liberalen Strömungen (wie . jener der Österreichischen Schule der National¬ökonomie) eine politische Heimat geben."

Der Club unabhängiger Liberaler inseriert nicht in der von Ihnen angesprochenen Wochenzeitung "Zur Zeit" (und hat dort auch nie inseriert), sondern er inseriert in der jüdischen Kulturzeitschrift "David".

Ganz offensichtlich war mit Ihrem Schreiben der im Vorfeld der FPÖ agierende "Liberale Klub" gemeint, der tatsächlich in "Zur Zeit" inseriert, dessen Präsident aber Herr MR.Dr.Fritz Werner Schmidt ist, und dessen Adresse Wien 8, Florianigasse 16/8 ist.

Damit könnte ich die Angelegenheit als für uns beendet betrachten, wären da nicht doch einige Gesichtspunkte von Interesse, die zu bedenken sich lohnen könnte:

 

  • Wie Sie aus der Eigendefinition des Clubs unabhängiger Liberaler ersehen können, vertreten wir eine Position, die viele Gemeinsamkeiten mit den Zielen Ihrer Arbeit kennt.

  • Die Methoden, mit denen Ziele verfolgt werden, müssen in einer Demokratie natürlich jederzeit diskutiert werden können. Insbesondere ist die Frage von Interesse, ob das Ziel wirklich im Vordergrund steht, Diskriminierungen hintanzuhalten, bzw. die Neigung von Teilen der Bevölkerung, diskriminierende Verhaltensweisen zu setzen, nachhaltig zu reduzieren.

  • Es wird Ihnen nicht entgangen sein, daß Ihnen Ihre Kritiker unterstellen, daß gar nicht auf dieses Ziel hingearbeitet wird, sondern eine neue Diskriminierung von politisch mißliebigen Personen und Institutionen installiert werden soll.

  • Die Konzeption von ZARA, soweit sie mir aus den Medien und aus der mir zugegangenen Dokumentation erkenntlich ist, beruht ganz offensichtlich auf dem Versuch, eine moralische Instanz zu sein, die Fehlleistungen und Fehlentwicklungen kritisch aufzeigt.

  • Für die allgemeine Akzeptanz einer Institution wie der Ihren als moralische Instanz ist es aber natürlich von größter Bedeutung, daß die von Ihnen aufgezeigten Fälle sorgfältig recherchiert und dokumentiert sind. Gerade in diesem Zusammenhang muß es Ihnen, so meine ich, zu denken geben, daß eine so einfache Aufgabe wie die richtige Recherche eines Vereinsvorstandes und einer Postadresse – ein Anfrage bei der Vereinsbehörde und ein Blick ins Telefonbuch genügen, von einem kurzen Anruf bei mir ganz zu Schweigen – nicht korrekt durchgeführt wurde.

 

Ich schlage daher vor, und zwar insbesondere im Hinblick auf den ersten Punkt, daß Sie als Gäste eines Politischen Salons des Clubs unabhängiger Liberaler Ihre Institution und Ihre Ziele unseren Mitgliedern und Freunden vorstellen, und mit uns über die damit zusammenhängenden Fragen diskutieren. Als Termin kommt jeder Abend, Mo – Do, von ende September bis Mai 2003 in Frage. Ich lade Sie ein, mit mir bezüglich einer genauen Terminvereinbarung brieflich, telefonisch oder per e-mail in Kontakt zu treten.

Ich freue mich auf Ihre Antwort und verbleibe mit den besten Grüßen,

Rainer Ernst Schütz
Präsident des
"Club unabhängiger Liberaler"

P.S.: Als Vorankündigung des erwähnten Politischen Salons stelle ich diesen Briefwechsel ins Internet.

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